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Stromabrechnung

Der Stromverbrauch wird in der Regel pro Wohnung gemessen und abgerechnet. Eine entsprechende Rechnung sollte theoretisch daher in jedem der Haushalte vorzufinden sein. 

Die Stromkosten teilen sich in zwei Kostenanteile auf, den Grundpreis und den Arbeitspreis. Der Grundpreis steht für den Aufwand des Stromversorgers, den Zähler zu installieren, zu warten, abzulesen und Verwaltungstätigkeiten durchzuführen. Dieser Preis ist jährlich oder monatlich festgelegt und unabhängig von der verbrauchten Strommenge. 

Der Arbeitspreis legt die Kosten für jede verbrauchte Kilowattstunde fest und setzt sich aus verschiedenen Kostenanteilen zusammen, die je nach Versorger zum Teil auch einzeln aufgeführt werden. Dies kann das Lesen der Stromrechnung erschweren, so dass nicht immer auf den ersten Blick der tatsächliche Arbeitspreis ersichtlich ist. 

Kostenanteile des Strompreises

Stromnetzkosten: Das Netznutzungsentgelt wird für den Transport und die Verteilung des Stroms durch den örtlichen Netzbetreiber erhoben. Die Höhe des Netznutzungsentgelts ist staatlich reguliert.

Vertrieb: Der Anteil der Vertriebskosten umfasst alle Ausgaben des Energieversorgers zum Bereitstellen seiner Dienstleistungen im Rahmen der Belieferung mit Strom.

Strombezug: Strom wird heute an Großhandelsmärkten wie der Strombörse EEX in Leipzig gehandelt. Der Beschaffungspreis ist hierbei vergleichbar schwankend wie der Preis anderer Rohstoffe. Angebot und Nachfrage sind hierbei wesentliche Einflussfaktoren.

Umsatzsteuer: Wie auf alle anderen Waren und Dienstleistungen wird auch auf den Strompreis die gesetzlich gültige Mehrwertsteuer (derzeit 19%) erhoben. 

Konzessionsabgaben: Damit der Strom bis zu den Haushalten gelangt, müssen Stromnetze bis zu ihnen aufgebaut werden. Der Energieversorger muss hierzu meist öffentliche Verkehrswege nutzen. Im Rahmen der Konzessionsabgabe werden diese Wegerechte vergütet. Die Abgabe entrichtet der Energieversorger direkt an die jeweiligen Gemeinden.

Stromsteuer: Die Stromsteuer gehört zur Ökosteuer und wird als Mengensteuer auf den Energieverbrauch bzw. umweltschädliches Verhalten erhoben. Die Einnahmen aus der Ökosteuer werden zur (Teil-) Finanzierung der Renten verwendet. Ziel der Ökosteuer ist die Verwirklichung der Anliegen der Umweltpolitik, ohne die Steuerbelastung insgesamt zu erhöhen.

EEG-Umlage: Durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist der Energieversorger verpflichtet, Strom aus erneuerbaren Energiequellen (z.B. Solaranlagen) in das Netz aufzunehmen und ihn zu einem festgelegten Preis zu vergüten. Die hierbei anfallenden Kosten werden auf alle Kunden umgelegt. Durch das EEG soll der Auf- und Ausbau der regenerativen Energiequellen vorangetrieben werden.

KWK-Umlage: Das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz verpflichtet den Energieversorger zur Zahlung einer Abgabe zur Erhaltung, Modernisierung und zum Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung. Die hierdurch geförderten Anlagen (z.B. ein Blockheizkraftwerk) erzeugen Strom und nutzen die dabei entstandene Wärme und sind somit besonders effizient.


Aufteilung des Strompreises 2007, Quelle: Bund der Energieverbraucher

Anfangs des Jahres 2009 lag der durchschnittliche Strompreis bei etwa 19 bis 21 Cent je Kilowattstunde. Neben dem Verbrauch des Abrechnungsjahres und den entsprechenden Kosten gibt der Stromversorger in der Regel auch den Vorjahresverbrauch an. Diese Information ist für den Haushalt von Bedeutung, da hierdurch leicht überprüft werden kann, ob und in welcher Richtung sich der Stromverbrauch verändert hat. 

Die meisten Rechnungen fassen auf der ersten Seite die Kosten zusammen. Nähere Informationen findet man auf einer der nachfolgenden Seiten der Rechnungen. Hier wird die Ermittlung der Kosten detailliert aufgeschlüsselt dargestellt. 

Seit 15. Dezember 2005 muss der Energieversorger zusätzlich einen Herkunftsnachweis des Stromes auf der Rechnung vorweisen. Hieraus kann abgelesen werden, zu welchen Anteilen Kohle-, Atom-, Wasser-, Wind-, Biomassestrom etc. sich der gelieferte Strom zusammensetzt. 

Im Folgenden werden zwei Beispielrechnungen kurz erläutert: 

Beispiel 1

Der Arbeitspreis je Kilowattstunde wird mit 14,87 Cent abgelesen. Er beinhaltet sämtliche Kostenanteile bis auf die Umsatzsteuer, die noch hinzugerechnet werden muss, um den Gesamtbruttopreis zu erhalten. Da sich der Umsatzsteuersatz innerhalb des Abrechnungszeitraumes von 16% auf 19% erhöht hat, sind die beiden Zeiträume getrennt aufgeführt. Für den Stromverbrauch im Jahr 2006 ergibt sich ein Bruttostrompreis von 17,25 Cent pro kWh, nach der Umsatzsteuererhöhung ein Preis von 17,69 Cent/kWh. Die Grundgebühr liegt bei jährlich 55,39 Euro (46,55 Euro + Ust.). 


Beispiel 2

Die Rechnung der Stadtwerke Erfurt zeigt sich wesentlich komplizierter und bedarf einer genaueren Analyse. Das Abrechnungsjahr teilt sich in zwei Zeiträume auf, da sich ab 1.1.2005 die Preise geändert haben. Innerhalb der 8 Monate in 2004 wurden 593 kWh verbraucht, 2005 waren es bis Ende Mai noch 400 kWh, also ein Gesamtverbrauch von 939 kWh für ein ganzes Jahr. 

Im Gegensatz zu dem ersten Beispiel wird der Strompreis in dieser Rechnung sehr detailliert aufgeschlüsselt. Neben der Stromsteuer werden auch die KWK-, EEG- und Konzessionsabgabe einzeln angegeben. Um den Bruttostrompreis zu ermitteln, müssen alle Anteile addiert und anschließend die Umsatzsteuer von (zum damaligen Zeitpunkt) 16% aufgeschlagen werden. Für 2005 ergibt sich damit ein Bruttopreis von 18,1 Cent/kWh. 

Auch der Grundpreis hat sich von 39 Euro für 2004 auf 48 Euro für 2005 erhöht und wird entsprechend der Tage in beiden Jahren verrechnet.