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Herde

Mit einer Gesamtleistung von ca. 8 bis 10 Kilowatt gehören Elektroherde zu den großen Stromverbrauchern im Haushalt. Die Leistung eines Elektroherdes beträgt durchschnittlich 1 bis 1,5 kW (kleine Platte), 2 bis 2,2 kW (große Platte) pro eingeschaltete Herdplatte. Der Backofen liegt mit seiner Leistung bei circa 2 kW.

Unter Berücksichtigung des Primärenergieverbrauchs ist die Verwendung von Gas zum Kochen energetisch fast um die Hälfte günstiger, da die gesamte Vorkette der Umwandlung der eingesetzten Energie (z.B. Kohle) in Strom entfällt. Da Gas im Bezug auch wesentlich billiger ist als Strom (6 bis 8 Cent/kWh gegenüber 19 bis 21 Cent/kWh) ergibt sich hier ein Preisvorteil über 30 %.


Energiestrom beim Erwärmen eines Topfes mit Inhalt auf einem Elektroherd/ Ceran-Kochfeld (Quelle: Quelle: Kurt Langbein, Kursbuch Lebensqualität, 1995)


Primärenergieaufwand beim Erhitzen eines Topfes mit Wasser mit Gas und Strom (Quelle: Till Böhmer, Lutz Wicke, Energiesparen im Haushalt, 1998)


Durchschnittverbrauchswerte eines Herdes (Quellen: 1990 Energieberatung Bayern, 2000 VDEW-Verband der Elektrizitätswirtschaft)

Bei der Beurteilung des Energieverbrauchs eines Herdes ist der Ankochwirkungsgrad zu berücksichtigen. Je nach Kochfeldtyp werden unterschiedliche Wirkungsgrad erzielt. Je höher der Wirkungsgrad desto mehr Wärme kommt dem Kochgut im Kochgeschirr direkt zu Gute und nicht der Herdplatte an sich. Für das Ankochen werden zwischen 70 bis 80 % der Stromenergie aufgewendet, nur etwa 20 bis 30 % für das Weiterkochen, vor allem dann, wenn die die Herdplatte frühzeitig zurückgedreht wird.

Stromspartipps für die Nutzung

  • Gasherde kochen wesentlich umweltfreundlicher als Elektroherde, da bei Elektroherden nur etwa 34 % der im Kraftwerk eingesetzten Energie in Strom umgewandelt werden.
  • Beim Kochen sollten die Töpfe und Pfannen mit geeigneten Deckeln verschlossen werden. Ohne Deckel entweichen mehr Wärme und Wasser, der Kochvorgang dauert länger und Sie verbrauchen mehr Energie.
  • Erhitzen Sie nicht mehr Wasser als nötig. Kartoffeln und Gemüse müssen nicht im Wasser schwimmen. Zum Garen genügen wenige Zentimeter Wasser. Mit Schnellkochtöpfen (Dampfdrucktöpfen) können bis zu 50 % Energie und Zeit gespart werden.
  • Elektroplatten kochen wirtschaftlicher, wenn die Höchstleistung nur zum anfänglichen Erhitzen eingeschaltet wird. Speisen garen dann auch auf niedrigeren Stufen weiter.
  • Kochplatten kurz vor Beendigung des Kochvorganges ausstellen und Restwärme nutzen.
  • Gut schließende Topfdeckel sparen Energie. Glasdeckel müssen seltener angehoben werden (auf gute Griffe achten).
  • Topfböden und Elektro-Kochzonen sollten sauber sein und guten Kontakt miteinander haben. Sandwich-Böden (innen Aluminium, außen Chromnickelstahl) verbessern den Wärmeübergang vom Herd zum Topf und sparen Energie (nicht bei Induktionsherden)
  • Topfgröße passend zur Größe der Kochzone (Platte) und zur Inhaltsmenge wählen.
  • Automatikkochplatten sofort auf gewünschte Stufe einstellen (Geräteanleitung dazu beachten). Das Aufheizen verzögert sich dadurch nicht.
  • Warmhalten ohne Energieeinsatz mit Thermoskanne, Kochkiste, ....
  • Auftauen im Kühlschrank spart zweimal Energie: erst kühlt das Gefriergut das Kühlschrankinnere, danach ist es auf dem Herd schneller zu erwärmen.
  • Gemüse, Kartoffeln, Eier müssen beim Garen nicht von Wasser bedeckt sein. Im geschlossenen Topf gart alles mit wenig Wasser (1 – 2 cm hoch; Kontrolle!) energiesparend im Dampf. Geschmack und Vitamine bleiben besser erhalten.
  • Dampfkochtöpfe reduzieren Garzeit und Energiebedarf um bis zu 60 Prozent bei lang-, 30 bis 40 Prozent bei kurzkochenden Gerichten.
  • Elektrische Wasserkocher sind effizienter als der Elektroherd - und die Geräte schalten sicher ab.
  • Beim Backen kann auf das Vorheizen meist verzichtet werden. Außerdem sollte die Backröhre möglichst für das Garen mehrerer Gerichte genutzt werden.
  • Für spezielle Aufgaben stromsparender als Herd oder Backofen: Wasserkocher, Kaffeemaschine mit Thermoskanne, Eierkocher; Toaster, Mikrowellengerät.

Stromspartipps beim Neukauf

  • Soll ein neuer Herd angeschafft werden, so ist Gas auf jeden Fall der Vorzug gegenüber Strom zu geben. Die Verbrauchsmengen sind zwar in etwa die gleichen, aber die Energieverluste sind bei der Stromerzeugung erheblich höher. Gas ist auch preiswerter und die Restwärmeverluste sind wesentlich geringer.