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Waschmaschinen

Neue Waschmaschinen sollten im EU-Label die Kennzeichnung AAB für hohe Energie­effizienz und gute Waschwirkung sowie für eine Schleuderwirkung von mindestens 1200 Umdrehungen pro Minute tragen und einen vom Hersteller lebenslang garantier­ten Wasserschutz haben. Optimal genutzt – also mit voller Trommel, niedrigen Wasch­tempera­turen und richtiger Waschmittel­dosierung – kön­nen Verbraucher ihre Kosten für das Wäschewaschen um ein Drittel ver­ringern.

Der Energie-, Wasser- und Waschmittel­verbrauch ist bei Waschmaschinen in den letzten Jahren aufgrund technischer Optimie­rungen deutlich zurückgegangen. Mittlerweile besitzen die meisten der neuen Geräte die Energie­effizienzklasse A, für die Wasch­wirkung A und für die Schleuderwirkung A oder B. Innerhalb der Energieeffizienz­klasse A gibt es jedoch Unterschiede im Verbrauch von 20%, so dass einige Her­steller die (inoffi­zielle) Bezeich­nung A+ für Geräte verwenden, die mindestens 10 % weniger Strom benöti­gen als Geräte der Klasse A (dort lautet die Anforderung: maximal 0,19 kWh Strom­verbrauch pro Kilogramm Wäsche im 60 °C-Programm). Ineffiziente Geräte mit Label B oder C sind nur noch ganz vereinzelt am Markt anzutreffen.
Die Angabe der Energieeffizienzklasse für Waschmaschinen basiert auf dem Energie­bedarf im Standard-Waschprogramm „Baum­wolle 60 °C“.

In den viel genutzten Programmen mit 30 oder 40 °C Waschtemperatur schwanken die Verbrauchs­werte zwischen den Modellen zum Teil deut­lich. Leider enthält das Energielabel hierzu keine Information. Verbrauchswerte aller Pro­gramme finden Sie zum Beispiel in den Be­dienungsanleitungen. Nachteil: Die Werte be­ruhen ggf. auf Messungen, die von den Norm­bedingungen abweichen, was den Vergleich der Geräte untereinander erschwert. Hilfe­stellung können die Test-Hefte leisten.

Haushalts-Waschmaschinen gibt es mit einem Fassungsvermögen von 3 bis 7 kg; hier gilt es, ein der Haushaltsgröße angepasstes Gerät zu wählen. Denn vielfach werden Waschmaschinen nur mit etwa drei Viertel der maximal möglichen Wäsche­menge beladen, wodurch sich insgesamt die Zahl der Waschgänge und damit auch der Strom- und Wasserverbrauch pro Kilogramm Wäsche erhöht. Viele der neuen Geräte verfügen zwar über eine Mengenautomatik, die die Wasser­menge und dadurch den Energiebedarf bei geringerer Beladung an die Wäschemenge anpasst, jedoch nicht im Verhältnis 1:1. Bei halber Beladung wird der Wasser- und Ener­gieverbrauch je nach Gerät nur um 15 bis 25 %, bei besseren Maschinen um bis zu 45 % ge­senkt.

Aufgrund der geringeren Wassermenge laufen in der Regel die heutigen Waschprogramme länger als frühere, um durch die ausgedehnte Einwirkzeit ein gleich gutes Waschergebnis zu erreichen.

Warmwasseranschluss für Waschmaschinen?

Durch den Anschluss von Waschmaschinen an eine vorhandene effiziente nicht-elektrische Warmwasseranlage kann Energie eingespart werden. Besonders vorteilhaft ist solch ein Anschluss, wenn das Wasser durch einen Sonnenkollektor erwärmt wird. Wichtig ist, dass der Warmwasserzulauf vom Speicher zur Maschine kurz ist (Faustregel: es laufen maximal 2 Liter Kaltwasser aus, ehe warmes kommt).

Zu beachten ist, dass eiweißhaltige Flecken in der Kleidung am besten mit kaltem Wasser eingeweicht werden, damit diese gut auszuwaschen sind.

Bei einer Neuinstallation der Warmwasser­versorgung sollten Anschlüsse für Wasch- und Spül­maschine direkt mit installiert werden. Achten Sie dann bei einem Neukauf dar­auf, ob die Maschine einen eigenen Warm­wasseranschluss hat. Derzeit sind nur wenige derartige Geräte am Markt; erfahrungs­gemäß ändert sich das bei entsprechender Nach­frage. Aufgrund der zusätzlichen technischen Ausstattung (2 Wasseranschlüsse) und der Entwicklungskosten sind diese Geräte teurer.

Einer vorhandenen Waschmaschine ohne Warm­wasseranschluss kann trotzdem im Nach­hinein Warmwasser zugeführt werden, indem Sie ein Vorschaltgerät einsetzen. Dieses kann – je nach Ausstattung – auch andere Funktio­nen wie Zeitsteuerung, Verlängerung der Ein­weichphase (Einsparung von Waschmittel) und Wasser­wächterfunktion (Schutz vor Was­ser­schäden) übernehmen, teils ist auch die Nut­zung von Regenwasser integriert.


Ein Betriebskostenvergleich (s. Tabelle) zeigt, dass bei Was­ser, welches durch eine Gasheizung erwärmt wird, die Kosten für das Gerät mit Warmwasser­anschluss um etwa 50 Euro günstiger ausfallen. Ein zusätzlicher Kostenvorteil von 43 Euro ergibt sich dann, wenn ein Sonnenkollektor das Wasser erwärmt. Die Mehrkosten der Waschmaschine mit Warmwasseranschluss sollten also bei ca. 100 Euro liegen, damit sich diese Investition rentiert. Werden Energiepreissteigerungen eingerechnet, darf der Preisunterschied höher ausfallen.

Je niedriger der Strom- und Wasserverbrauch der Geräte ist und je mehr mit niedriger Temperatur gewaschen wird, desto unwirtschaftlicher ist ein Warmwasseranschluss.

Bei Altgeräten, die nachträglich an Warmwasser an­geschlossen werden, ist der Kostenvorteil durch den Warmwasseranschluss höher, da ihr Wasserverbrauch oft 50 bis 100 % über dem von heutigen Neugeräten liegt.


Tipps zur Nutzung

  • Durch eine optimierte Beladung und durch niedrigere Waschtemperaturen kann ein Zwei-Personen-Haushalt beispielsweise 45 % des Stromverbrauchs und knapp 20 % des Wasser- und Waschmittelverbrauchs einsparen.
  • Bei älteren Maschinen ist der Strom- und Wasserverbrauch von der eingelegten Wäschemenge meist unabhängig, sie brauchen bei halber Beladung gleich viel, wie bei voller. Hier ist es besonders wichtig, die Maschine richtig zu füllen. Man sollte sich deshalb einmal mit leerem Wäschekorb und dann mit einem gefüllten wiegen – und sich vermutlich wundern, wie viel Wäsche nötig ist, um die empfohlene Füllmenge auszunutzen.
  • Kochwäsche bei 90 °C ist selbst bei stark verschmutzter Wäsche nicht nötig, denn die meisten Mikroorganismen werden schon bei 60 °C abgetötet (Ausnahme: Wäsche von Kranken). Oftmals reichen auch 30 bis 40 °C aus.
  • Wäscht man Wäsche nur mit 30 statt mit 60 °C waschen, spart man mehr als die Hälfte des Stromverbrauchs, wäscht man hingegen mit 90 statt mit 60 °C, so verbraucht die Waschmaschine mindestens 40% mehr Strom.
  • Vorsicht aber bei den von vielen Herstellern neu eingeführten „Mischprogrammen“: Mit ihnen können zwar verschiedene Textilsorten wie Koch-, Bunt- oder pflegeleichte Wäsche zusammen gewaschen werden, laut Bedienungsanleitung soll das Programm jedoch meist nur mit halber Beladung genutzt werden. Dadurch sind der Wasser- und Energieverbrauch pro Kilogramm Wäsche letztlich höher als bei den entsprechenden Einzelwäsche-Programmen. Deshalb sollte Wäsche wenn möglich lieber separat und mit voll beladener Trommel gewaschen werden oder das gemeinsame Waschen von Buntwäsche und pflegeleichter Wäsche bei 30 C ausprobiert werden. Meist ist die Waschwirkung auch hier ausreichend.
  • Bei normal verschmutzter Wäsche kann auf den Vorwaschgang verzichtet werden. So kann man – abhängig von der gewählten Temperatur – zwischen 10 und 30 % Strom einsparen.
  • Nicht öfter als nötig waschen: Textilien aus Naturfasern z. B. müssen nicht nach jedem Tragen gewaschen werden.

Bei EcoTopTen werden nur Waschmaschinen der Klassifizierung AAB (also Schleuderzahl bis 1400 Umdrehungen) und mit einem vom Hersteller garantierten lebenslangen Wasserschutz empfohlen. Aktuelle Marktübersichten mit Angabe der Herstellerpreise, des Strom- und Wasserverbrauchs und den jährlichen Gesamtkosten finden Sie bei www.ecotopten.de/prod_waschen.php

Tipps zum Neukauf

  • Bei einem Neukauf sollten man ein Gerät mit der Bezeichnung A+ bzw. eines mit niedrigem Verbrauch innerhalb der Gruppe der A-Geräte wählen.
  • Die Schleuderwirkung sagt aus, wie feucht die Wäsche nach dem Schleudern noch ist. Klasse A wird in der Regel nur von Geräten mit mindestens 1500 Umdrehungen pro Minute erreicht. Dies verkürzt zwar die anschließende Wäschetrocknung, bei einem Wäschetrockner macht sich die daraus resultierende Stromeinsparung ökonomisch und ökologisch jedoch nicht so sehr bemerkbar. Zudem sind die entsprechenden Waschmaschinen bautechnisch bedingt meist deutlich teurer. Schleuderwirkung B mit einer Drehzahl von 1200 bis 1450 Umdrehungen pro Minute reicht in der Regel aus und sollte in Kombination mit einem Trockner gewählt werden: denn es braucht 100-mal mehr Energie, Wasser durch Wärme aus der Wäsche zu entfernen als durch Schleudern.
  • Der geringe Wasserverbrauch heutiger Waschmaschinen kann dazu führen, dass die Spülleistung nicht ausreicht – vor allem bei empfindlicher Haut oder Allergien. Die Spülleistung wird auf dem Energielabel nicht differenziert ausgewiesen, wird aber zum Beispiel in Qualitätstests der Stiftung Warentest überprüft. Ein Teil der Geräte bietet wahlweise einen zusätzlichen Spülgang an.
  • Geräte mit einem Fassungsvermögen von 6 kg oder mehr sind nur für Haushalte mit hohem Wäscheaufkommen sinnvoll.
  • Bei einem Gerät mit getrennter Einstellung von Programmablauf und Waschtemperatur kann unabhängig vom Waschgang immer eine möglichst niedrige Temperatur eingestellt werden.
  • Das Gerät sollte ein technisch hochwertiges Sicherheitssystem gegen das Auslaufen von Wasser besitz, der Hersteller diesen Wasserschutz ein Geräteleben lang garantieren und im Schadensfall sogar die Haftung übernehmen.
  • Wird in einem Haushalt das Wasser nicht elektrisch erwärmt, sondern über eine effiziente Zentralheizung, durch einen Gasdurchlauferhitzer oder, am allerbesten, durch die Sonne, kann die Waschmaschine mit Warmwasser versorgt werden. Beratungsstellen der Verbraucherzentralen oder Fachhändler beraten, ob dies im Einzelfall energetisch und finanziell sinnvoll und technisch machbar ist.